whisip

visualized whisky reviews

Ardnamurchan AD/ Mezcal Cask Release – Der Schotte trägt Sombrero

Ardnamurchan Mezcal Whisky Flasche vor Türkis farbener Aura Visualisierung.

Mezcal-Fässer sind der Endgegner. Meistens überfahren sie den Whisky gnadenlos. Aber Ardnamurchan? Die haben keine Angst. Das hier ist kein schüchterner Versuch, das ist eine Fusion. Der Schotte hat den Kilt gegen den Sombrero getauscht – und verdammt, es steht ihm. Ein Experiment, das eigentlich scheitern müsste, aber stattdessen eine wilde, harmonische Party feiert.

Die Fakten

Ardnamurchan AD/ Mezcal Cask Release
Highlands | 7 Jahre | 55% | Mezcal Cask Finish

Meine Notes

Nase:
Vergiss Schottland für einen Moment. Das hier ist Mexiko. Grüne Agave, fruchtig, vegetal. Der Mezcal übernimmt die Führung, der Whisky hält sich nobel zurück. Es riecht nach Abenteuer, nach Erde und nach einer Nacht in Oaxaca.

Gaumen:
Der Mezcal bleibt der Boss. Typischer, erdiger Rauch und diese unverwechselbare Agaven-Fruchtigkeit. Es schmeckt fast wie der pure Spirit aus Mexiko. Aber dann, ganz langsam, meldet sich der Whisky. Mit Kraft. Eine angenehme Schärfe, wie Chili in dunkler Schokolade. Später wird es weicher, fast weinig, wie heller Traubenmost. Ein wilder Ritt.

Abgang:
Lang und wärmend. Wenn die Agave sich verzieht, merkst du endlich: „Ah, doch ein Whisky.“ Komplex, vielschichtig und definitiv nichts für Anfänger.

Die Aura

Warum diese Farben? Earthy Clay ist der Boden von Oaxaca – trocken, staubig, mineralisch. Agave Green steht für die frische, pflanzliche Note des Mezcals, die den Whisky durchdringt. Und Smoky Teal? Das ist die Verbindung von schottischem Torf und mexikanischem Rauch – eine Farbe, die es eigentlich nicht gibt, aber hier perfekt passt.

Mein Fazit

Ein mutiges Crossover, das funktioniert. Wer klassischen Scotch sucht, ist hier falsch. Wer wissen will, wie gut Rauch und Agave tanzen können, muss diesen Dram probieren. Wild, anders, genial.

The Official Script

Hier sind die offiziellen Notes der Destillerie – sehr detailliert und „grün“:

Nase: Grün, grasig und pflanzlich mit sofortigem Mezcal-Einfluss. Wenn er sich öffnet: knackige Granny Smith Äpfel, grüne Bananen und widerstandsfähiger, aschiger Rauch.

Gaumen: Hell und kräuterig mit Noten von Eukalyptus, kreidigen Mineralien und Meeresbrise. Eine kräftige Mischung aus Olivenlake, salzigen Kapern und glatter Petersilie. Ölige Textur mit erdigem Rückgrat.

Abgang: Sanfter, wispernder Rauch, der mit einem cremigen, süßen Nachgeschmack und einer letzten Note von erdiger Tiefe verweilt.

Der Reality Check

Oft heißt es bei solchen Finishes, der Einfluss sei „subtil“. Hier nicht. Ardnamurchan lässt den Mezcal von der Leine. Wo andere Destillerien versuchen, den Whisky zu schützen, lässt Ardnamurchan die Fusion zu. Sie beschreiben „Granny Smith Äpfel“, ich schmecke „Chili-Schokolade“. Aber im Kern sind wir uns einig: Das ist wild.

Wen du jetzt mehr Lust auf Mezcal – oder auch seinen Bruder Tequila hast – dann empfehle ich diesen fantastischen Blog: Tequila Dealer
Und seinen Beitrag zum Match zwischen Whisky und Tequila: Was Tequila-Trinker von Whisky-Liebhabern lernen können: Wenn zwei Spirituosen-Welten verschmelzen

, , , , , ,