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Highland Park 12 – Der Wikinger für’s Selfie

Highland Park Whisky Flasche vor Aura Hintergrund

Wikinger-Ehre. Das Marketing schreit nach Walhalla, nach Sturm und Axt im Holz. Aber im Glas? Da steht der Wikinger, den man vom Mittelaltermarkt kennt. Er sieht wild aus, er brüllt auch mal für die Show, aber am Ende macht er geduldig Selfies mit den Touristen. Highland Park 12 liefert das Abenteuer-Gefühl, aber ohne die Gefahr. Er spielt seine Rolle perfekt – aber er tut niemandem weh.

Die Fakten

Highland Park 12 Viking Honour
Islands (Orkney) | 12 Jahre | 40% | Sherry Seasoned European & American Oak

Meine Notes

Nase:
Süß, fruchtig, fast schon charmant. Rosinen und Schokolade zu Beginn. Der Rauch? Der ist da, aber er greift nicht an. Das ist kein Lagerfeuer, eher Nebelmaschine. Alles wirkt rund, geschliffen, fast schon zu gefällig.

Gaumen:
Weich. Sehr weich. Die Rosinen sind wieder da, das Holz meldet sich. Dann blitzt kurz eine alkoholische Schärfe auf – ein kleiner Reminder, dass wir hier Whisky trinken und keinen Saft. Aber der Rauch bleibt im Hintergrund, gibt nur Struktur, keine Kante. Er ist süßlich, zugänglich, aber ohne Biss. Er macht seinen Job, keine Frage, aber er riskiert nichts.

Abgang:
Kurz. Trocken. Das Holz sagt „Tschüss“, und dann ist er weg. Am Ende bleibt eine feine Weißwein-Note hängen.

Die Aura

Warum diese Farben? Heather Purple ist die Seele von Orkney – das Heidekraut, das den Rauch so eigen macht, auch wenn er hier leise tritt. Honey Gold steht für die dominante Süße, die Rosinen, die Schokolade, die alles weichspülen. Und Soft Smoke? Das ist der Rauch, der nicht beißt, sondern nur sanft umhüllt. Ein Nebel, kein Feuer.

Heller, lila gelber Aura Hintergrund

Mein Fazit zum Highland Park 12

Ein solider, süßer Allrounder. Er liefert genau das, was draufsteht: Einen Hauch Wikinger-Romantik. Perfekt für Einsteiger, die „Rauch“ mal probieren wollen, ohne gleich zu husten. Für mich? Ein bisschen zu inszeniert. Ein Wikinger, der lieber für Fotos posiert, als Schlachten zu schlagen. Er macht Spaß, er ist gut gemacht – aber er ist sicher.

Es darf ruhig ein bisschen mehr sein? Dann schau dir mal den Port Askaig 8 an.

Die Richtung gefällt dir? Dann schau dir auch den Millestone Sauterness an.

Die offiziellen Notes zum Highland Park 12

Hier die offizielle Version der Destillerie zum Vergleich:

Nase: Frisch, sauber und sehr aromatisch. Blumige Noten vermischen sich mit einer leichten Grasigkeit. Cremiger Manuka-Honig und saftige Zitrusfrüchte, dazu eine gut ausbalancierte Süße.

Gaumen: Vollmundig mit einer angenehmen Tiefe. Gegrillte Orange, Vollkorntoast und grüner Tee mit Jasmin. Ein Hauch von Süße rundet das Profil ab.

Abgang: Ziemlich lang mit pfeffriger Würze und Holzspänen.

Der Reality Check

Highland Park malt ein Bild von „Tiefe“ und „Vollmundigkeit“. Sie beschreiben komplexe Noten wie „grünen Tee“ und „Jasmin“. Mein Erlebnis ist direkter: Die Komplexität mag da sein, aber sie fordert nicht. Wo sie „Tiefe“ sehen, erlebe ich „Gefälligkeit“. Und der „ziemlich lange“ Abgang? Bei mir war er kurz und trocken. Das Marketing verkauft das wilde Abenteuer, das Glas liefert die sichere Touristen-Attraktion. Beides hat seinen Platz, aber man sollte wissen, was man bekommt.

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